FAQs zum Wasserpreis

Warum ist der Wasserpreis regional unterschiedlich?

Grundsätzlich sind die unterschiedlichen Wasserpreise u.a. abhängig von topografischen, hydrologischen und geologischen Faktoren, die sich sowohl auf die Gewinnung als auch Aufbereitung und Verteilung des Wassers und damit seinen Preis auswirken. Darüber hinaus haben Siedlungsstrukturen, der Anschlussgrad und die Erneuerungsrate der Netze großen Einfluss auf den jeweiligen Trinkwasserpreis.

D.h. in extrem zersiedelten, ländlichen Gebieten mit stark variierenden Höhenunterschieden liegt der Wasserpreis i.d.R. oft über dem Durchschnitt. Zum anderen können externe Schadstoffeinträge speziell die Kosten für die Aufbereitung des Trinkwassers beeinflussen. Auch das natürliche Wasservorkommen – Grundwasserreservoirs, Flüsse, Seen und Niederschläge – können von Region zu Region sehr unterschiedlich sein. In Bayern haben wir das Glück in einer der wasserreichsten Regionen des Landes, ja sogar weltweit zu leben.

Warum die Zweiteilung Grundgebühr und Verbrauchspreis?

Die ständige Vorhaltung einer effizienten Wasserversorgung, angepasst an die steigenden Qualitätsstandards und -anforderungen, lassen sich nicht über eine rein leistungsabhängige, d.h. verbrauchsabhängige Gebühr finanzieren.

Zum einen: Bei einem Wasserversorgungsunternehmen fallen grundsätzlich – d.h. völlig unabhängig von der jeweiligen Förder- bzw. Verbrauchsmenge – hohe Fixkosten für Wartung, Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung der komplexen Infrastruktur an. Diese Fixkosten machen den weitaus größten Teil der Kosten aus – unabhängig vom jeweiligen Verbrauch – ob Familien-, Singlehaushalt oder Gewerbe. Und: Je älter eine Anlage ist, desto dringender und kostenintensiver werden Wartungs-, Instandhaltungs-, Modernisierungs- und Sanierungskosten.

Zum anderen: Als kommunale Wasserversorgung gehört im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge und im Interesse des Gemeinwohls ebenfalls zu unseren Aufgaben, z.B. auch weit entfernte oder hochgelegene Einzelanwesen an das öffentliche Trinkwasserversorgungsnetz anzuschließen. Was sich – Beispiele gibt es reichlich im In- und Ausland – bei privatisierten Wasserversorgungsunternehmen über kurz oder lang in wesentlich höheren Gebühren und eingeschränktem Service niederschlägt.

Daher besteht auch unser Wasserpreis aus einer fixen Grundgebühr und einem variablen Verbrauchspreis, um so eine möglichst gerechte Verteilung der Kosten zu erreichen und für jedermann eine ständig betriebsbereite und ausreichende Wasserversorgung vorzuhalten. Was allerdings nicht immer zu hundert Prozent möglich ist, da die Anforderungen in einem Versorgungsgebiet sehr unterschiedlich sind. Hier kilometerlange Leitungen, die am Ende nur einige wenige Anwesen an die zentrale Wasserversorgung anschließen. Dort ein erhöhter Wasserbedarf für Unternehmen, ohne die eine Region wirtschaftlich nicht florieren kann.

Gibt es weitere Faktoren, die den Wasserpreis beeinflussen?

Fakt ist, dass der private Wasserverbrauch über die Jahre stetig sinkt – einmal aufgrund der immer Wasser sparenderen Technologien in den Haushalten, zum anderen aufgrund des demografischen Wandels, d.h. vielerorts sinken die Bevölkerungszahlen oder die Haushalte werden kleiner.

Beides wirkt sich zwangsläufig mittel- und langfristig auf die Gebühren aus, da die Fixkosten für eine gleich bleibend hohe Trinkwasserqualität und -vorhaltung kaum gesenkt werden können. Im Gegenteil, je älter eine Anlage ist, desto dringender werden Wartungs-, Instandhaltungs- und Sanierungskosten. Zudem werden Vorsorgemaßnahmen zur Qualitätssicherung immer wichtiger. Und auch eventuelle Rückbaumaßnahmen kosten Geld.

Beeinflusst der Klimawandel auch unsere Wasserversorgung?

Zu erwartende Auswirkungen des Klimawandels – mit länger anhaltenden Trockenperioden und temporären Starkregenereignissen – machen auf jeden Fall die Planungen für die Wasserversorger auch hierzulande nicht einfacher. Geht auch der durchschnittliche Wasserverbrauch zurück, müssen trotzdem beispielsweise für zu erwartende längere Trockenperioden jederzeit ausreichend Kapazitäten vorgehalten werden.

Welche Einsparungsmöglichkeiten gibt es?

Die Bereitstellung aller Leistungen eines Wasserversorgungsunternehmens erfordert u.a. auch einen erheblichen Energieeinsatz. Sowohl Wasserversorgung und Abwasserentsorgung verbrauchen hierzulande zusammen rund 6,6 TWh pro Jahr an elektrischer Energie – das entspricht einem jährlichen Strombedarf von rund 1.600.000 Vier-Personen-Haushalte. Dazu kommt noch der Strombedarf für immer neue Spezialverfahren in der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung, weil aufgrund der wachsenden Umweltverschmutzung für immer neue Schadstoffeinträge immer neue Verfahren benötigt werden, um den Qualitätsstandard zu wahren.

Die Treiber für die notwendige Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz sind globaler Natur – sie reichen vom Klimawandel bis zur Verknappung der Primärenergien. Hier können innovative Lösungen und umsichtiges Energiemanagement zu einer Senkung der Unternehmenskosten bei den Wasserversorgern beitragen beitragen.

Seit August 2015 ist die Wasserversorgung Oberes Kollbachtal offiziell ein DIN EN ISO 50001 zertifizierter Betrieb. Hauptziel des Unternehmens damit ist die kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz, des Energieeinsatzes, des Energiemanagementsystems und der Prozesstechnologie unter Verwendung der, unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, jeweils bestmöglichen Technik.

Was gehört noch zu den Aufgaben einer Wasserversorgung?

Grundsätzlich bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung in der Trinkwasserversorgung – immer unter der Prämisse der Nachhaltigkeit und der Ressourcenschonung – bezüglich

  • der ökologischen Aspekte
  • der sozio-ökonomischen Aspekte
  • der technischen Aspekte sowie
  • der Landnutzung.

Den rechtlichen Rahmen bilden hier seit je her das Wasserhaushaltsgesetz und die jeweiligen Landeswassergesetze. In den letzten Jahren hat zudem die EU eine führende Rolle übernommen, wenn es um die nachhaltige Gewässerbewirtschaftung geht – festgehalten in der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der EU-Grundwasserrichtlinie. Ergänzend zu den Vorgaben der Länder, des Bundes und der EU kommen auch gesundheitsrechtliche Vorgaben hinzu, hier ist die Trinkwasserverordnung bindend.

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